Einen Hirntumor behandeln - Gliom, Angiom, Meningeom

Ein Hirntumor ist eine seltene Erkrankung, die aber erhebliche Auswirkungen auf das Leben der erkrankten Patienten/innen haben kann. Bei gutartigen Tumoren ist häufig eine dauerhafte Heilung möglich, bei bösartigen Tumoren ist die verbliebene Lebenszeit häufig leider sehr kurz.
In den folgenden Kapiteln sollen Sie die häufigsten Hirntumoren und einige Prinzipien der Hirntumortherapie kennenlernen. Dabei kann eine Internetpräsentation natürlich keine medizinischen Textbücher ersetzen.
Die dann folgenden Abschnitte zeigen Ihnen Informationen und Videos über Schädelbasistumoren und die Operation des häufigsten Hirntumors, des Glioblastoms.
Für Fachbesucher, die sich für das Thema im Detail interessieren, empfehle ich die Lektüre des folgenden Kapitels über Schädelbasischirurgie:

  • Kiwit J: Cerebellopontine angle tumours. In Lumenta, di Rocco, Haase und Mooij (eds.): European Manual of Medicine - Neurosurgery, Springer Verlag Berlin-Heidelberg 2010, pp. 123-128. ISBN-10: 3540795642.

Tumoren der Schädelbasis

Meningeom des Meatus acusticus internus

Die Behandlung dieser Tumoren ist schwierig und erfordert eine umfangreiche technische Spezialausstattung des neurochirurgischen Operationssaals. Die Operationen werden normalerweise in dreidimensionaler computersimulierter Neuronavigation durchgeführt, um jederzeit mit höchster Präzision im Submillimeterbereich Tumoren und intaktes Gehirn- und Nervengewebe identifizieren zu können. Weiterhin stehen uns sowohl die Fluoreszenmikroskopie zur sicheren Identifikation von infiltrierend wachsenden Tumoren wie auch die Möglichkeit der intraoperativen Video-Angiographie zur Verfügung (Leica®). Unsere neurochirurgisch-neurophysiologische Abteilung überwacht während dieser Eingriffe kontinuierlich die Funktion der Hirnnerven und der langen Nervenbahnen, die zum Rückenmark ziehen. Als Beispiel für einen schwierig zu operierenden Tumor ist nachfolgend ein Akustikusmeningeom zu sehen, die Legende erklärt die einzelnen Strukturen, die in der Operation unbedingt geschont werden müssen (1 = Nervus facialis (VII), 2 = oberer vestibulärer Nerv (VIII) teils von Tumor umhüllt, 3 = Hörnerv (VIII), 4 = unterer vestibulärer Nerv (VIII), 5 = innere Gehörarterie, 6 = Tumor)

HirntumorLegende Schädelbasistumor:

  1. Nervus facialis (Gesichtsnerv)
  2. Nervus vestibularis superior (Oberer Gleichgewichtsnerv)
  3. Nervus cochlearis (Hörnerv)
  4. Nervus vestibularis inferior (Unterer Gleichgewichtsnerv)
  5. Arteria labyrinthi (Hör- und Gleichgewichtsarterie)
  6. Tumor

In dem folgenden VIDEO wird die Freipräparation des Hörnervens von dem Tumor demonstriert:

Riesiges petroclivales Meningeom mit Kompression des Hirnstamms petroclivales Meningeom mit Kompression des Hirnstamms

Auch dieser Tumor war ein Schädelbasistumor, und zwar ein sehr großes Meningeom, das in zwei Schritten operiert werden musste, einmal unter dem Temporallappen und durch das Tentorium hindurch und in einer zweiten Operation über eine sogenannte subokzipitale retromastoidale Kraniektomie (das ist ein kleiner Schnitt hinter dem Ohr). Links die Bilder zwei Jahre nach der Operation, die Patientin ist bis auf eine Schwerhörigkeit auf dem rechten Ohr völlig beschwerdefrei.

Operation eines hirneigenen Tumors (Gliom) Glioblastome und Astrocytome

Diese Tumoren (Glioblastome und Astrocytome) werden in der Übersicht eingehend mit ihren biologischen Eigenschaften beschrieben. Sie sind schwierig zu operieren, weil sie sich teilweise nicht vom normalen Hirngewebe unterscheiden lassen. Daher verwenden wir eine Aminosäure, die unter Lichtanregung fluoresziert (ALA) und nach Anreicherung im Tumor eine rosa-rote Färbung zeigt. Das normale Gehirn färbt sich nicht an. Dadurch wird die Operation sicherer für den Patienten, weil nur wirklich erkranktes Gewebe entfernt wird.

Weitere Tumore finden Sie in den folgenden pdf-Dateien: